Mittwoch, 28. September 2016

Crime Cologne: Lesung mit Joy Fielding

Die Glücksgöttin Fortuna war mir hold - denn ich habe bei einem Gewinnspiel der "Crime Cologne" tatsächlich zwei Tickets für die Lesung mit Joy Fielding am vergangenen Montag gewonnen. Ein toller Gewinn, denn von Joy Fielding stehen auch bei mir einige Bücher im Regal.

S. v. Borsody - Joy Fielding - M. von Schwarzkopf
Gelesen wurde aus Fieldings neuem Roman "Die Schwester". Ein besonderes Buch, wie die Autorin selbst im Gespräch sagt, denn es basiert - anders als wohl alle ihre anderen Romane - auf einer wahren Begebenheit: Der Entführungsfall Maddy McCann, dem englischen Mädchen, das in Portugal vermutlich aus dem Hotelzimmer ihrer Eltern entführt wurde, während diese im Hotelrestaurant beim Abendessen waren. Dieser Fall dient als Grundlage für den Fall, den Fielding nach Mexiko verlegt hat und für den sie nun mit ihrem Roman ihre ganz eigene Erklärung bietet. Zu Beginn kamen wir in den Genuss, das erste Kapitel von der Autorin selbst vorgelesen zu bekommen. Es beginnt einige Jahre nach der Entführung und schildert, wie sehr die Mutter immer noch unter der Entführung und den Folgen leidet - im Gegensatz zum Vater. Die Ehe der Eltern ist gescheitert und ihr Exmann ist wieder verheiratet und inzwischen Vater einer kleinen Tochter. Es folgen weitere Kapitel, die von Susanne von Borsody gelesen werden. Die Schauspielerin, die schon mehrere Hörbücher und auch Fieldings aktuelles Buch eingelesen hat, versteht es mit eindringlicher Stimme, den Zuhörer in den Bann der Geschichte zu ziehen. Für meinen nächsten Urlaub steht "Die Schwester" auf alle Fälle schon ganz oben auf meiner Liste.

Joy Fielding beim Signieren meines Lieblingsbuches "Still Life" (dt. Titel: "Im Koma")
Zwischendurch erfahren wir interessante Details aus dem Schaffen der Autorin, die - wie sie offen zugibt - kein große Freundin von Recherchen ist. Dies sei der Grund, warum sie fiktionale Romane schreibe: damit sie die Geschichten so konzipieren kann, wie sie es braucht. Sie erklärt auch, dass sie den Beginn, das Ende und einige Zwischenschritte schon zu Beginn eines neuen Romans im Kopf habe. Das erspare ihr allzu viele Änderungen während des Schreibens, wovon sie ebenfalls keine große Freundin sei. Alles dazwischen ergibt sich laut Fielding jedoch während sie an einem Roman arbeitet, wobei die Figuren dabei oft eine Art Eigenleben entwickeln, dem sie sich als Autorin dann fügt. Sie selbst sieht sich gar nicht als Thriller-Autorin. Für sie ist die Spannung ein Mittel, um den Leser zum Weiterlesen zu verführen, damit sie die Dramen und Konflikte der meist weiblichen Figuren, auf die sie bei ihrer Arbeit das Hauptaugenmerk legt, erzählen kann. Zum Abschluss des Abends hat es sich die Autorin nicht nehmen lassen, die Bücher ihrer Fans zu signieren. Mein Exemplar von "Still Life" (tolles Buch!) ziert nun eine persönliche Widmung der Autorin. Weitere Informationen zu Joy Fielding und ihren Büchern findet ihr hier. Noch einmal einen großen Dank an die "Crime Cologne" für meinen Gewinn - es hat mich sehr gefreut, dass ich an diesem wunderbaren Abend teilnehmen konnte. Noch bis in den Dezember hinein finden in Köln und Umgebung viele Lesungen im Rahmen der "Crime Cologne" statt. Alles zum Programm und zum Festival findet ihr auf der Homepage der "Crime Cologne".

Samstag, 17. September 2016

Slow & simple: Butter-Chicken aus dem Slowcooker

Der Slowcooker hat sich inzwischen zu einem meiner liebsten Küchengeräte gemausert. Mit relativ wenig Aufwand ist es mir damit bisher (fast) immer gelungen, wunderbare Dinge zu zaubern. Currys und indisches Essen stehen bei meinen Lieblingsgerichten ganz oben auf der Liste - daher möchte ich dieses supersimple aber megaleckere Rezept für Butter-Chicken unbedingt mit euch teilen!
Das braucht ihr (für 4 Portionen):
  • 600 gr. Hähnchenbrust
  • 1 Dose Kokosmilch
  • 1 Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 5 EL Tomatenmark
  • 2 EL Butter
  • 2 EL Joghurt, Schmand oder Creme Fraiche
  • 1 TL Salz, etwas Pfeffer
  • je 1 EL Currypulver, rote Currypaste, Garam Masala und Kurkuma
  • Mandelblättchen, Reis als Beilage
Zubereitung: Hähnchenbrust in mundgerechte Stücke schneiden, Zwiebel fein würfeln und Knoblauch fein hacken. Zwiebel und Knoblauch in den Slowcooker werfen, dann die Hähnchenstücke daraufgeben. Diese etwas salzen. Butter schmelzen und mit allen übrigen Zutaten vermischen. Diese Sauce über das Hähnchen geben. Das Gericht braucht etwa 4 Stunden auf "high" und etwa 6 Stunden auf Stufe "low". Wenn es fertig ist, die Mandelblättchen etwas anrösten, das butterzarte Butter-Chicken mit Reis anrichten (ich liebe Reistürmchen!) und mit den gerösteten Mandeln bestreuen & dann nur noch schmecken lassen. Schön passt dazu ein kräftiger Weißwein oder ein Mango-Lassi! Rest lassen sich prima einfrieren und später weiter genießen.

Samstag, 30. Januar 2016

Poirot ist zurück: "Die Monogramm Morde"


Vor einigen Tagen jährte sich zum 40. Mal der Todestag meiner Lieblings-Krimiautorin Agatha Christie. Durch sie begann ich Krimis und Thriller zu lesen und ich beiden Figuren Hercule Poirot und Miss Marple sind einfach Klassiker! Ich hätte schreien können vor Glück, als ich zufällig auf "Die Monogramm Morde" gestoßen bin.
Die Story: Hercule Poirot genießt wie an jedem Donnerstagabend im Pleasant's Coffee House sein Abendessen und den ausgezeichneten Kaffee, als eine panische und verängstigte Frau sich in das Cafe flüchtet. Poirots Neugier ist sofort geweckt und er kann die Frau überzeugen, sich ihm anzuvertrauen. Sie fürchtet um ihr Leben. Doch sie verlangt von Poirot, dass – sollte ihr etwas zustoßen – er keine Ermittlungen anstellen dürfe. Ihr Tod dürfe nicht weiter verfolgt werden, da dieser ihre gerechte Strafe sei. Die Frau verschwindet, ohne dass Poirot ihr weitere Informationen entlocken kann. Kurz darauf werden im Hotel Bloxham drei ermordete Personen in drei Zimmern gefunden. Alle Leichen sind auf die gleiche Weise hergerichtet und haben einen Manschettenknopf im Mund. Poirot und Inspektor Catchpool nehmen die Ermittlungen in dieser Sache auf und die Spuren deuten in Richtung der verängstigten Frau – die jedoch spurlos verschwunden ist. Catchpool und Poirot müssen das Schlimmste befürchten….
Meine Meinung: Als ich das Buch „Die Monogramm-Morde“ im Buchladen in den Händen hielt, habe ich mich wirklich sehr gefreut. „Ein neues Abendteuer mit meinem Lieblingsdetektiv!“ war mein erster Gedanke. Keine Frage, dass ich das Buch kaufen musste! Allerdings kamen mir dann einige Bedenken, ob es wirklich jemand anderem als der großen Agatha Christie möglich sein könnte, diesen Ausnahmedetektiv wiederzubeleben. In meinem Urlaub über die Weihnachtsfeiertage hatte ich gerade wieder einige Geschichten von Poirot gelesen und war daher noch sehr im Thema. Aber ich kann sagen, dass es Sophie Hannah überzeugend gelungen ist, die typische Agatha-Christie-Atmosphäre in diesem Buch einzufangen. Gelegentlich stolpert man über den einen oder anderen Satz, den der Detektive wohl im Original so nicht von sich gegeben hätte, aber im Großen und Ganzen fühlte ich mich in diesem Buch ganz gut aufgehoben. Sicherlich liegt dies auch in weiten Teilen darin, dass Poirot nach bewährtem Muster mit Inspektor Catchpool ein weiterer Ermittler zur Seite gestellt wurde – die Parallelen zu Poirot und Captain Hastings springen dem Leser geradezu ins Gesicht. Denn auch Catchpool kann in seiner Ermittlungsarbeit und Kombinationsgabe selbstverständlich nicht Poirots Ansprüchen genügen, was dieser ihm auch mehrfach deutlich vorhält. Auch der Fall selbst stand für mich (zumindest am Anfang) in der Tradition von Agatha Christie. Irgendwann im Laufe des Buches ist Sophie Hannah jedoch von diesem Weg abgekommen. Einige der Schlussfolgerungen Poirots sind für mich schwer nachzuvollziehen. Die Story selbst zieht sich sehr in die Länge und wird zum Ende für mich einfach zu verworren. Auch die große Auflösung – viele werden es kennen – wenn Poirot alle Beteiligten versammelt, um den Mörder zu enthüllen, ist für mich etwas missglückt, weil einfach zu lang und zu verzwickt. Das Ergebnis erscheint dann zum Schluss irgendwie recht unspektakulär.
Mein Fazit: Wenn ich mich frage, ob es gelungen ist, Hercule Poirot angemessen „wiederzubeleben“, würde ich mit einem zögerlichen „Ja“ antworten. Das Umfeld, die Schauplätze, die handelnden Personen – alles dies ist für mich typisch Agatha Christie. Sogar die Story selbst hätte das Zeug zu einem echten Christie gehabt. Aber an der tatsächlichen Umsetzung hapert es dann doch. Ich denke, dass Christie sich doch etwas mehr auf das Wesentliche beschränkt hätte und sich weniger in Nebenhandlungen verstiegen hätte. Das Buch war durchaus unterhaltsam und ich finde es schön, dass der Autorin die Möglichkeit gegeben wurde, sich an Poirots „Auferstehung“ zu versuchen. Ein wenig weht für mich der Geist von Agatha Christie durch das Buch – daher erhalten „Die Monogramm Morde“ von mir vier von fünf Sternen. Und ich würde mich freuen, wenn es noch weitere Wiedersehen mit dem großen Belgier (und vielleicht auch mit seiner ebenso erfolgreichen Kollegin aus St. Mary Mead) geben würde!

Samstag, 16. Januar 2016

Slow & Spicy: Slowcooker Tortilla-Suppe

Zum Beginn des neuen Jahres hat mich eine hartnäckige Erkältung umgehauen. Auch wenn ich wenig rieche und kaum was schmecke, ohne Essen geht es dann doch nicht. Der Körper muss ja bei Kräften bleiben. Die Lösung: Mexikanisch - gut gewürzt und spicy! Damit die Geschmacksknospen vielleicht doch ein wenig zum Tanzen kommen. Und damit man die Couch zum Kochen kaum verlassen muss - tadaaaa: Slowcooker Tortilla-Suppe!
Das wird gebraucht (für 4 reichhaltige Portionen):
  • 500 gr Hähnchenbrust
  • Olivenöl
  • mexikanische Gewürzmischung (z. B. Taco-Seasoning)
  • scharfes Paprikapulver und/oder Chilipulver
  • 2 Paprika, fein gewürfelt
  • 1 große Zwiebel fein gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
  • 2 Dosen gewürfelte Tomaten
  • 1 Dose Bohnen (z. B. Kidney- oder schwarze Bohnen)
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 5 EL Tomatenmark
  • 2 EL Zucker
  • Salz
  • als Topping: Sourcreme, gehackte Frühlingszwiebel, Tortilla-Chips, Käse und und und...
So wird es gemacht:
Hähnchenbrust auf den Boden im Slow-Cooker legen. Mit Salz, Mexikogewürz und Chili/Paprikapulver würzen. Etwas Olivenöl darübergeben und nicht sparsam sein mit den Gewürzen - die Tomaten und das Gemüse schlucken viel Geschmack. Gewürfelte Paprika, Knoblauch und Zwiebel darübergeben (auch gehackter Staudensellerie schmeckt sehr gut darin). Dann kommen zuerst die abgegossenen Bohnen, das Tomatenmark und dann die zwei Dosen Tomaten (mit Saft) darüber. Dann noch zwei EL Zucker darübergeben und auch gerne nochmal Mexikogewürz und etwas Salz. Auch ein guter Schuss BBQ-Sauce macht sich gut darin. Slow-Cooker anstellen - zunächst 2 Stunden auf "high" und dann nochmal 4-5 Stunden auf "low". Danach ist das Hähnchen schön zart und lässt sich mit der Gabel zerreissen. Mit einem ordentlichen Kleks Sourcreme,  Tortilla-Chips, Frühlingszwiebel, gehackter Avocado, geriebenem Käse oder oder oder servieren. Schmeckt alles toll dazu - auch Guacamole ist super! Die Suppe ist auch eine prima Partysuppe und lässt sich ganz wunderbar einfrieren! Ob die Suppe gegen die Erkältung hilft, weiß ich nicht - aber sie heizt zumindest gut ein!

Sonntag, 4. Oktober 2015

Slowcooker-Saftgulasch

Wenn man sich wie ich ständig auf irgendwelchen Foodblogs und Kochseiten im Internet rumtreibt, stößt man zwangsläufig früher oder später auf Slowcooker-Rezepte. Gerade im amerikanischen Raum sind diese Geräte sehr beliebt, die das Essen über mehrere Stunden auf kleiner bis mittlerer Hitze langsam garen. Besonders Fleischgerichte sollen prima gelingen, da das Fleisch sehr zart und - gerade bei Geflügel - dabei nicht trocken wird. Lange habe ich überlegt: "Brauchst du das?". Da die Slowcooker nicht sehr teuer sind, habe ich mir dann irgendwann einen 3,5-Liter-Slowcooker bestellt. Das erste Testrezept war ein Wiener Saftgulasch, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte!
Das wird gebraucht (für 4 Personen):
1 kg Rindfleisch in mundgerechten Stücken
750 gr. gewürfelte Zwiebeln
2 gehackte Knoblauchzehen
2 EL Butterschmalz
250 ml. Rinder- oder Gemüsebrühe
2 EL Tomatenmark
2 EL Paprikapulver, edelsüß
1 TL Rosenpaprika
1-2 EL Essig (Weißwein- oder Balsamicoessig)
1 EL Zucker
1,5 EL Salz
1 Lorbeerblatt
Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung (im Slowcooker):
Bevor der Slowcooker zum Einsatz kommt, müssen die Zwiebeln in einem Topf auf dem Herd mit dem Butterschmalz angebraten werden. Sie sollen dabei goldbraun werden und durchaus etwas Bratspuren annehmen. Dies dauert etwas 10-15 Minuten bei mittelhoher Hitze - dabei ständig rühren, damit sie nicht anbrennen. Kurz vor Ende den Knoblauch dazugeben und kurz mitbraten. Zwiebeln und Knoblauch dann in den Slowcooker geben. Das Fleisch darauf verteilen. In denTopf, in dem die Zwiebeln gebraten wurden, die Brühe geben sowie alle weiteren Zutaten. Kurz im Topf aufkochen und dann zu den Zwiebeln und dem Fleisch in den Slowcooker geben. Slowcooker einschalten und die meiste Arbeit ist nun getan. Ich habe dann alles insgesamt 10 Stunden im Slowcooker gegart - zunächst drei Stunden auf "high" und dann sieben Stunden auf "low". Die Kochzeit ist sicherlich vom Gerät abhängig. Aber das Ergebnis war wirklich gut und das Fleisch extrem zart. Vielen Dank für das Originalrezept, welches aus dem Crocky-Blog stammt- allerdings habe ich es ein wenig abgewandelt, da ich kein besonders großer Kümmelfan bin. Dazu haben mir Semmelknödel sehr gut geschmeckt, aber auch Spätzle könnte ich mir gut vorstellen.
Ich bin Single und werde oft gefragt, wieso ich mir die Mühe mache, für mich alleine zu kochen? Nun - ich liebe gutes Essen und da das ja eher selten einfach vom Himmel fällt und Fertiggerichte - bis auf gelegentliche Ausnahmen - für mich keine Alternative sind, muss man dann selbst ran. Außerdem finde ich Kochen durchaus entspannend, auch nach einem Arbeitstag. Allerdings möchte ich dann trotzdem nicht gerne Stunden in der Küche stehen, bis das Essen fertig ist. Und manchmal ist der Hunger auch einfach schon sehr groß wenn ich nach Hause komme. Daher bin ich dazu übergegangen von einigen Gerichten größere Mengen zu kochen und einzufrieren. Dank Mikrowelle steht dann ruck-zuck was Leckeres auf dem Tisch, während man nur schnell eine Beilage zubereiten muss. Auch von diesem Saftgulasch habe ich drei Portionen eingefroren. Einfrieren lassen sich auch wunderbar Pastasaucen wie Bolognese- oder Marinara-Sauce, aber auch viele Suppen. Aber auch mein Lammcurry und mein Kichererbsencurry habe ich schon eingefroren. Also nehmt beim nächsten Mal einfach einen großen Topf und verdoppelt das Rezept - dann könnt ihr noch Wochen später davon profitieren und euch an leckerem Essen freuen! Bei mir im Blog findet ihr solche Gerichte ab sofort in der Kategorie "FreezerFriendly".

Samstag, 3. Oktober 2015

Doppelrezension: Schwammerlsaison // Blunzengröstl

Der Verlag emons: hat mir freundlicherweise zwei Krimis für diesen Blog zur Verfügung gestellt: "Schwammerlsaison" von Wolfgang Pesec und "Blunzengröstl" von Ines Eberl. Nachdem ich beide hintereinander gelesen habe und beide Handlungen in der Steiermark liegen - was liegt da näher als eine Doppelrezension!? Und los geht es!

"Schwammerlsaison" - zum Inhalt: Es ist Schwammerlsaison in der Steiermark - doch neben schmackhaften Pilzen wird im Wald noch etwas anderes gefunden, die Leiche eines gerade pensionierten Politikers. Beim Schwammerlsuchen mit Pfeil und Bogen ermordet - und er wird nicht das einzige Opfer bleiben. Major Spazierer, sein Vorgesetzten Oberst Draxler und Kollegin Hilde Ranner von der Mordkommission müssen Privates hinten anstehen lassen und sich auf die Suche nach Motiven und Verflechtungen der Opfer begeben. Meine Meinung: Das Buch beginnt mit der Ermordung des ersten Opfers beim Schwammerlsuchen. In recht kurzen Kapiteln - was ich durchaus angenehm finde - plätschert die Geschichte dann weiter. Mir fiel es allerdings schwer, mit dem Plot warm zu werden. Es passiert wenig und die handelnden Personen wirkten in ihrer Zusammenarbeit auf mich eher merkwürdig. Der Verlagstext beschreibt das Buch als "schräg, abgründig - steirisch". Dem Prädikat "schräg" kann ich mich anschließen - vor allem wenn am Ende das Motiv für die Morde klar wird. "Abgründig" wirkte auf mich vor allem der macho- und klischeehafte Umgang der Beamten mit ihrer Kollegin! Sieht man von modernen Kommunikationsmitteln ab, könnte dieses Buch sicherlich auch in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielen - man kann nur hoffen, dass die Polizeibeamten in der Steiermark heutzutage menschlich ein wenig weiter sind. Alles in allem konnte mich dieses Buch leider wenig überzeugen. Allerdings muss ich dazu anmerlken, dass ich die Gegend, in der dieser Regionalkrimi spielt, gar nicht kenne. Gerade Regionalkrimis leben jedoch oft davon, dass der Leser einen Bezug zur Region der Handlung hat. Unter diesen Umständen kann man diesem Krimi eventuell mehr Positives abgewinnen - bei mir reicht es aber nur für 2 von 5 Sternen

"Blunzengröstel" - zum Inhalt: Mark Vanianthen ist erfolgreicher Autor von Kochbüchern. Sein neues Projekt lässt ihn, auf der Suche nach regionalen Rezepten aus der österreichischen Küche, in die Steiermark aufbrechen. Er möchte seinen Freund Anton Zott, der im dortigen Altaussee gerade ein Hotel eröffnen möchte, besuchen. Doch Zott ist bei seinem Eintreffen bereits tot - tragisch verunglückt, wie man annimmt. Doch Mark stößt auf gewisse Ungereimtheiten und besonders das merkwürdige Verhalten einiger Personen aus Zotts Umfeld verstärken schnell Marks Zweifel an einem Unglücksfall...          Meine Meinung: Zweiter Krimi, wieder die Steiermark - doch diesmal fiel mir der Einstieg in das Buch bedeutend leichter. Die Autorin erzeugt eine wohlig-spannende und zugleich angespannte Atmosphäre. Das gesamte Buch, die Handlung, die Personen und schließlich Motiv und Auflösung erinnern mich sehr an den guten englischen Kriminalroman à la Agatha Christie. Deren Bücher waren meine Einstieg in die Welt der Kriminalliteratur, so dass ich mich in Büchern wie diesem fast immer "wie zu hause" und gut aufgehoben fühle. Garniert wird dieser Kriminalroman dann noch zusätzlich mit regionalen Rezepten, die dem "Grossen Servus Kochbuch" entnommen sind. Wer sich also - neben dem Genuss eines guten Kriminalromans - auch noch dem Genuss der österreichischen Küche mit "Altwiener Blunzengröstl", "Eierschwammerl-Schmarrn" und "Marillenknödeln" hingeben möchte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Das Buch hat mich thematisch mitten in mein Blogger-Herz getroffen, daher gibt es für "Blunzengröstl" volle 5 von 5 Sternen!

Beide Bücher sind im Verlag Emons erschienen - Infos findet ihr unter www.emons-verlag.de.

Mittwoch, 26. August 2015

Einmal um die Welt - heute USA: Mini-Key-Lime-Pies - deconstructed

Weiter geht es heute mit meiner sommerlichen Weltreise. Am vergangenen Wochenende habe ich kulinarisch in Florida Station gemacht - leider sind mir meine geplanten Mini-Key-Lime-Pies ein wenig verunglückt. Geschmacklich waren sie wirklich top - ließen sich allerdings nur mühevoll aus dem Muffinblech lösen... Beim nächsten Mal kommen dann doch vorher Papierförmchen rein. Also ich nenne sie einfach "Mini-Key-Mini-Pies [deconstructed]" und lasse mich nicht unterkriegen.

Das wird gebraucht (für ein 12er-Muffinblech):
  • 150 gr. Vollkorn-Hafer-Kekse (zum Beispiel Hobnobs)
  • 90 gr. geschmolzene Butter
  • 60 gr. Zucker
  • 120 gr. Frischkäse
  • 4 Eigelb
  • 1 Dose gesüßte Kondensmilch (Milchmädchen)
  • 120 ml Limettensaft
  • etwas abgeriebene Bio-Limettenschale
  • geschlagene Sahne (ungesüßt) zum Anrichten
Zubereitung:
Die Kekse zerbröseln - am Besten in nem Gefrierbeutel mit Nudelholz - auch schön um Aggressionen abzubauen. Die Keksbrösel mit dem Zucker und der geschmolzenen Butter mischen. In jede Mulde vom Muffinblech ein Papiermuffin-Förmchen geben. Die Keksmasse darin verteilen und mit einem Löffel festdrücken. 5 Minuten im mit 180° Grad vorgeheizten Ofen backen. In der Zwischenzeit Frischkäse, Eigelb, Kondensmilch und Limettensaft/Schale in dieser Reihenfolge im Mixer auf mittlerer Stufe vermischen. Masse dann gleichmäßig auf dem vorgebackenen Keksboden verteilen. Nun noch mal 20 Minuten backen. Das Muffinblech aus dem Ofen holen, auskühlen lassen und dann über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag dann mit der geschlagenen Sahne anrichten und probieren - dabei die Augen schließen und denken man wäre in Florida!